Indien-Knigge

Durch die ständig «kleiner» werdende Welt gelangen wir immer schneller in die entlegensten Gegenden unseres Planeten. Ein exotisches Land wie Indien ist uns durch eine relativ kurze Reisezeit in den letzten Dekaden sehr viel nähergekommen. Ein riesiges, faszinierendes Land mit eigenen Bräuchen und Sitten, die von Region zu Region variieren können und besondere Verhaltenscodes erfordern, deren wichtigste ich Ihnen, liebe Indienreisende, kurz vorstellen möchte, damit Sie sich im Dschungel einer fremden Kultur besser zurechtfinden und nicht ins berühmt-berüchtigte Fettnäpfchen treten.

Allgemeines zu Indien und seinen Menschen

1,2 Milliarden Menschen in wenigen Worten zu beschreiben, ist eine besondere Herausforderung, letztlich ein unmögliches Unterfangen. Trotzdem möchte ich als Inder und Schweizer dies versuchen, ohne jemandem dadurch zu nahe zu treten.

Inderinnen und Inder sind ein emotionales und liebenswürdiges Volk, das mit einem gewissen Stolz auf seine Vergangenheit zurückblickt. Wie überall gibt es auch in Indien «schwarze Schafe», und so haben in letzter Zeit in den Medien einige unschöne Ereignisse Schlagzeilen gemacht.

Wenn Sie also nach Indien reisen, sollten Sie sich den Gepflogenheiten und Umgangsformen des Landes anpassen. Dann wird Ihre Reise zu einem einmaligen Erlebnis, denn Indien hat vieles zu bieten: kulturelle, historische, landschaftliche Gegebenheiten, verschiedene Religionen, Ethnien, gastfreundliche Menschen, eine grossartige Flora und Fauna usw.

 

Grussworte

  • «Namaste» oder «Namaskar» ist die beliebteste und allgegenwärtige Begrüssungsform in
Indien – wie Grüezi oder Bonjour in der Schweiz. Sie wird auch beim Abschied benutzt, was wörtlich übersetzt heisst: «Ich verneige mich vor euch mit Höflichkeit». Dabei werden beide Handflächen zusammengelegt und knapp unter dem Gesicht positioniert. Der Oberkörper wird nach vorne gebeugt. 

                  
  • Touristen erhalten manchmal eine besondere Art der Begrüssung: dem Gast werden frische Blumengirlanden um den Hals gelegt, ein Zeichen des Respekts und der Ehre. Manchmal wird dieses Ritual auch mit einer «Tilak» – einer runden Markierung auf der Stirn – unterstützt, auch sie ein Zeichen des Segens und Respekts.                   

  • Zunehmend populär wird die westliche Art der Begrüssung mit Handschlag, besonders unter gebildeten Menschen in grossen Städten, die den Umgang mit Ausländern gewohnt sind. Bei der Begegnung mit einer indischen Frau ist Vorsicht am Platz. Warten Sie mit dem Handgeben, erst wenn die Frau Ihnen ihre Hand hinstreckt, können Sie sie ergreifen.

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  • Bei Respektspersonen oder älteren Leuten berühren jüngere Inder als ein Zeichen des Respekts deren Füsse.

Nonverbale Art der Kommunikation/Körpersprache

  •  Eine allgemein indische Spezialität, besonders im Süden, ist das eigentümliche «Kopfwackeln», das «Wobble». Fremde sind darob oft verwirrt, denn es ist wirklich schwierig, die Bedeutung richtig zu deuten. Kopfnicken bedeutet «Ja», den Kopf von einer auf die andere Seite zu bewegen «Nein». Halten sich Ja und Nein die Waage, d. h. der Angesprochene ist unschlüssig, wird die Interpretation der Bewegung noch schwieriger.

  • Stemmt man beim Stehen die Hände in die Hüften, wird das als böse, aggressive Haltung interpretiert.

  • Mit dem Finger auf eine Person zu zeigen, gilt als sehr unhöflich. Inder machen das praktisch nie. Sie nutzen zum Zeigen ihr Kinn.

  • Winkt man einer unbekannten Person, wird das als Beleidigung aufgefasst. Vor allem in Richtung einer Frau wird das als sexuelle Aufforderung verstanden.

  • Vermeiden Sie wenn möglich direkten Blickkontakt, vor allem zum anderen Geschlecht. Dies kann als sexuelle Einladung gelten und ist für Frauen nicht sehr angenehm. 

Essen und Trinken

Inder laden ihre Gäste zu sich nach Hause, ins Restaurant, in private Lokale, Klubs oder öffentliche Treffpunkte ein, je nach Gelegenheit und Umständen oder aus Freundschaft.

  • Vor einer Mahlzeit sollten Sie sich gründlich mit Seife die Hände waschen, denn Inder essen traditionellerweise mit der Hand. Benutzen Sie wie die Einheimischen Ihre rechte Hand, denn die linke gilt als «unrein».

  • Setzen Sie sich nicht an den Esstisch, bevor die älteste Person oder der Gastgeber nicht seinen Platz eingenommen hat. Das Gleiche gilt für den Beginn der Mahlzeit. Verlassen Sie den Tisch nicht, bis die anderen Personen mit dem Essen fertig sind. Falls Sie den Tisch eher verlassen müssen, sollten Sie den Gastgeber um Erlaubnis fragen.

  • Rund 84 Prozent der Inder sind Hindus und die meisten von ihnen sind Vegetarier. Für Nichtvegetarier gibt es verschiedene religiöse, diätetische Einschränkungen: Hindus verzichten auf Rindfleisch, Muslime essen weder Schweinefleisch noch trinken sie Alkohol. So wird bei gemeinsamen Mahlzeiten und für Nichtvegetarier oft Lamm, Huhn oder Fisch offeriert.

  • Wenn Sie sich bei dem vielfältigen Essensangebot nicht entscheiden können, bestellen Sie ein «Thali», das aus verschiedenen, regional unterschiedlichen Speisen zusammengestellt und in kleinen Schälchen offeriert wird.

                      

 

  • Zu einem typischen indischen Essen wird immer Fladenbrot serviert, das Chapaati, Roti oder Naan genannt wird. Machen Sie von Hand kleine Stückchen davon, tauchen Sie diese dann in die einzelnen Gerichte, etwa Dal (Linsen) oder Curry. Ab und zu gibt es auch Löffel und Gabel, wobei erstere für flüssige Gerichte benützt werden.
  • Obwohl alkoholische Getränke nicht von jedem geschätzt werden, trinken viele Inder Bier oder Wein, jedoch meistens zu den Mahlzeiten. Weinkultur ist in Indien erst im Entstehen begriffen. Viele Inderinnen und Inder trinken nach wie vor «Chai», den indischen Gewürztee.

                       


Kommunikation

In Indien werden Titel wie Professor, Doktor oder Ingenieur im täglichen Leben geschätzt und auch rege benutzt. Falls jemand keine Berufsbezeichnung besitzt, verwendet man «Sir» oder «Madam».

  • Um eine gewisse Höflichkeit und Respekt auszudrücken, fügen Sie hinter den indischen Namen das Suffix «ji», also beispielsweise Hansji oder Rahulji (gesprochen Hansdschi bzw. Rahuldschi).

  • In unmittelbarer Anwesenheit anderer Personen sollten sie sich niemals die Nase mit einem Taschentuch putzen.

  • Auf dem Markt gibt es keine Fixpreise und die Ladenbesitzer sind es gewohnt, dass beim Einkauf über den Preis verhandelt wird. Sie sollten nicht den auf Anhieb verlangten Preis zahlen, sondern ihn nach Möglichkeit herunterhandeln bis auf etwa XX Prozent des Ausgangspreises.

              

  • Inder reagieren empfindlich, wenn jemand ihre Gastfreundschaft verweigert. Falls Sie die Einladung nicht annehmen können oder wollen, trösten sie den Gastgeber für «Next Time».
 

Trinkgelder

Während der Reise taucht immer wieder die Frage nach dem Trinkgeld auf, ob im Restaurant, beim Gepäckbeförderer oder Fahrer. In Indien heisst das «Bakschisch».

  • Für den Fahrer, der während mehrerer Tage die Reise begleitet, gibt man pro Tag zwischen 500 und 1000 indische Rupien (INR, 1 CHF = 60 INR, Stand  November 2014), je nach Servicegrad und Bereitschaft einer Person.

  • Im Restaurant sollten Sie etwa 10 Prozent des Rechnungsbetrages als Trinkgeld geben, falls die Servicegebühr auf der Rechnung nicht aufgeführt ist.

 

Indische Gottheiten

  • Alle Hindus besitzen zu Hause einen Schrein, der einer Gottheit oder mehreren geweiht ist.

  • Die Hindu-Religion kennt viele Götter. Jeder Gläubige kann völlig frei seine Gottheiten selbst wählen, die er verehren will. Lord Ganesha ist die beliebteste Gottheit im Hinduismus, Herr des guten Anfangs und des Erfolgs sowie Zerstörer allen Übels.

Ganesha ist überall zu sehen und wird besonders beim Hindu-Lichtfest „Diwali“ – eine Art Weihnachten verehrt.

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  • An Diwali wird auch Laxmi (Lakshmi), die Göttin des Glücks und der Schönheit sowie Spenderin von Reichtum verehrt. Sie ist verantwortlich für geistiges Wohlbefinden, Harmonie und dient a
    Beschützerin der Pflanzen.
                   

                           

  • Holi - Das Festival der Farben beginnt mit dem Entzünden von Freudenfeuern am Abend vor dem ersten Feiertag dieses bis zu zehn Tage dauernden Festes. In diesem Feuer wird eine Strohfigur verbrannt, ein Symbol für die Dämonin Holika. Bei dieser rituellen Verbrennung wird meist an die Legende vom Streit um die „richtige“ Religion zwischen Prinz Prahlada und dessen Vater erinnert. Allerdings kursieren mehrere Geschichten, die als mythologischer Hintergrund von Holi gelten.

    Das Holi-Fest ist eines der ältesten, populärsten und sicherlich das farbenprächtigste aller indischen Festivals. Ursprünglich war es ein Ernte- und Fruchtbarkeitsfest, aber zu Holi wird auch der Sieg des Guten über das Böse gefeiert. Alte Streitigkeiten sollen begraben werden, soziale Gräben überwunden und bestehende Freundschaften und Beziehungen erneuert werden.

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Heilige Kühe

Die Kuh, die man überall auf Indiens Strassen frei herumlaufend antrifft, ist für die Hindus ein Symbol für Reichtum, Stärke, Selbstlosigkeit und Heiligkeit. Religionsgeschichtlich ist die Reverenz an dieses Tier in allen wichtigen Schriften zu finden. Da wird die Kuh, deren Milch nichtsdestotrotz getrunken wird, als «Mutter des Menschlichen» bezeichnet, mit ihr wird höchste Zuneigung assoziiert, und die Leidenschaft und die Fürsorge, die eine Kuh für ihr Kalb aufbringt, ist legendär und wird in der indischen Literatur in vielen Epen besungen.

 

Aktuell

Kontakt

Indira Reisen GmbH / Indien Reisen
V.K.Singh
Riesbachstrasse 61 (3. OG) 
8008 Zürich

Tel. 044/ 383 34 78

E-mail: 
info@indirareisen.ch oder
info@indien-reisen.ch

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